Test Tractive

Anfang Juli habe ich den Tractive GPS-Sender bestellt. Dieser kostet regulär 99,99 €€, ist wasserdicht und wird mit einem Clip am Halsband befestigt.

Im Set inbegriffen sind das Ladegerät, verschiedene Stecker-Adapter und zwei verschiedene Clip-Größen. Tractive funktioniert mit einer App und für den Betrieb gibt es zwei verschiedene Abos.

Trage-Komfort

Der Sender ist mit 5,1 * 4,1 cm einer der größten Sender und wiegt 35 Gramm. Damit ist er auch einer der schwereren. Dazu kommt dann noch das Gewicht des Halsbandes. Obwohl er damit immer noch leichter ist als das Kaddz-Halsband, fand mein fast 6 kg-Kater den Sender sehr störend und hat sogar versucht, ihn los zu werden (das hat er bei keinem der anderen Sender versucht). Tractive selbst empfiehlt den Sender für Tiere ab 4,5 kg.

Installation

Die Installation ist super einfach. Man lädt sich die kostenlose App herunter, erstellt ein Konto und gibt die Registrierungsnummer des Senders ein.
Die App an sich ist ebenfalls sehr schlicht gehalten. Man kann das Licht am Sender anstellen, Life-Tracking aktivieren und den Verlauf der letzten 24 Stunden darstellen lassen. Man kann den Sender auch vom PC aus steuern. Den integrierten Buzzer konnte ich nur damit, aber nicht mit der App direkt, einschalten.

Genauigkeit

Die Genauigkeit des Senders habe ich zunächst wieder im stehenden Auto (rotes Kreuz) getestet. Dort waren die meisten Postionen im Umkreis von 10 Metern, aber es gab auch Ausreißer, die bis zu 25 Meter danebenlagen.

Desweiteren bin ich dann auch mit dem Sender spazieren gegangen und habe währenddessen das Life-Tracking aktiviert. Dort wird dann alle paar Sekunden die Position ermittelt. Bei den bisherigen Sendern habe ich in diesem Fall ja meine tatsächlich gelaufene Strecke markiert. Diese entspricht hier aber nahezu exakt der von Tractive angezeigten. Die Genauigkeit ist also wirklich unschlagbar.

Auch wenn sich der Sender im Gebäude befindet, werden Positionen ermittelt. Hier habe ich erneut das Life-Tracking (rote Spur) aktiviert, um möglichst viele Ortungen in kurzer Zeit zu erhalten. Das Haus selbst wird zwar nicht getroffen, aber fast alle ermittelten Punkte befinden sich im Umkreis von 20 Metern um das Haus herum. Dies sähe vermutlich anders aus, wenn sich der Sender wirklich in einem Keller oder dergleichen befindet, aber für ein „normales“ Haus ist diese Genauigkeit wirklich super. Auch in einem Gebiet, wo Häuser dicht an dicht stehen, könnte es schwierig werden, das richtige Gebäude zu finden, aber die ermittelten Positionen geben immerhin einen sehr guten Anhaltspunkt.  

NACHTRAG ORTUNG IM GEBÄUDE, 04.01.2016

Nachdem ich nun den petpointer getestet und die Genauigkeit der Ortung in Gebäuden getestet habe, ist mir aufgefallen, dass unser Wohnhaus scheinbar recht dünne Wände oder so hat. In unserer alten Wohnung hatte ich beim petpointer überhaupt kein Signal mehr. Dies legt nun Nahe, dass es beim Tractive vermutlich ähnlich sein könnte und die gute Ortung nur auf Grund der „leichten Bauweise“ möglich war. Damals habe ich jedoch nicht daran gedacht, den Tractive ebenfalls in einem anderen Gebäude zu testen. Nichtsdestotrotz ist die Genauigkeit „im Haus“ beim Tractive etwas höher als beim Petpointer.

Die blaue Spur in dem unteren Bild stammt von unserem Kater, als er den Sender für ein paar Minuten getragen hat.
Wirklich praktisch bei Tractive ist, dass der Sender merkt, wie viel er sich bewegt und die Ortungsfrequenz entsprechend anpasst. Bewegt sich der Sender nicht, wird etwa alle 1-2 Stunden die Position ermittelt, ist er ständig in Bewegung, alle paar Minuten.

Akku-Laufzeit

Die Akku-Laufzeit ist mit 2-5 Tagen je nach Einsatz angegeben. Dies kann ich auch bestätigen. Die 5 Tage erreicht man aber wohl wirklich nur, wenn sich der Sender bzw. die Katze sehr wenig bewegt. Bei einem sehr aktiven Tier, wo entsprechend häufig eine Ortung stattfindet und man zudem noch ein paar Mal das Life-Tracking aktiviert sind es eben eher die 2 Tage. Im Schnitt kommt man also so auf 2-4 Tage, die für den normalen Gebrauch auf jeden Fall ausreichend sind.

Die App hingegen hat meinem Smartphone hingegen ganz gut Akku-Laufzeit gekostet.

Kosten

Tractive ist in der Anschaffung mit 99,99 €€ einer der günstigeren Sender. Für den Betrieb muss man jedoch ein Abo abschließen.
Das Basis-Abo kostet 4,99 €€ im Monat, bei längeren Vertragslaufzeiten (1 oder 2 Jahre) sinken die Kosten aber. Hier werden einem nur die einzelnen Punkte bzw. Verbindungen dieser dargestellt und es werden auch nur die letzten 24 Stunden gespeichert.
Das Premium-Abo kostet 7,49 €€ im Monat. Schließt man jeweils das Jahres-Abo ab, kostet dieses aber letztlich nur 10 € pro Jahr mehr als das Basis-Paket.
Mit dem erweiterten Abo werden die Daten unbegrenzt gespeichert, man kann den Positionsverlauf exportieren und man kann sich anzeigen lassen, wann genau die Katze an welchem Punkt war. Desweiteren funktioniert das Premium-Paket auch außerhalb des Heimatlandes und wählt immer automatisch das beste Mobilfunknetz aus.
Das Premium-Abo ist also sinnvoll, wenn man Tractive auch beispielsweise im Urlaub nutzten möchte oder wenn man eben gerne genau wissen möchte, wann sich das Tier wo befand. Für den normalen Gebrauch reicht aber eigentlich das Basis-Abo.

Rücknahme

Die Rücknahme war absolut problemlos. Ich habe den Sender zurück gesandt (hier waren die Portokosten nach Österreich mit 14 €€ natürlich nicht gerade gering) und erhielt gleich eine Bestätigung, als der Sender angekommen war. Im gleichen Moment erhielt ich auch die Nachricht, dass mir mein Geld bei PayPal zurück erstattet wurde.

Fazit

Der Tractive-Sender hat mir in Sachen Genauigkeit, Akkulaufzeit und der selbstständigen Ortungsfrequenz  so gut gefallen, dass ich ihn wirklich sehr gerne behalten hätte. Leider war es für mich aber eben auf Grund der Größe und des Gewichtes des Senders einfach nicht vertretbar, dass mein großer Kater in Zukunft damit täglich herum läuft. Tractive arbeitet aber bereits an einem kleineren Sender, der wohl auch ein paar Gramm leichter sein wird. Wenn dieser dann erscheint, wäre es durchaus eine Überlegung wert, es noch mal zu versuchen.

Wenn jemand aktuell einen wirklich zuverlässigen Sender sucht und eine „ausreichend“ große Katze hat, kann ich für Tractive ganz klar eine Empfehlung aussprechen.

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3 Kommentare zu „Test Tractive

  1. Super Testseite – Ein Praxis Test ist immer noch der beste Test …
    Was ich super an diesem Tracker finde: das er wirklich wasserdicht sein soll – sehr vorteilhaft !
    Für eine Norwegische Waldkatze könnte er daher schon noch eine sehr gute + günstige Lösung sein.
    „Das Gerät hat in Europa einen Suchton, die US Version nicht. Dieser kann über PC (Web) und Smartphone (App) aktiviert werden, und erzeugt einen lauten kontinuierlichen Piepton, wo sie einen eventuell verlorenen Tracker schneller aufspüren können. Der Piepton wird beendet, wenn dieser manuell wieder über Smartphone/PC deaktiviert wird, oder das Gerät ausgeschaltet wird.“ – Aussage vom Tractive Service

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  2. Die Tests sind super. Habe in der Stadt selber einen Peilsender (Girafus) probiert. Das ist eine Katastrophe bei der Ortung besonders mit dem ständigen Kalibrieren.
    Bin jetzt auf der Suche nach einem GPS-Gerät, da in der Stadt durch die gute Handy-Masten-Abdeckung zwar nicht das GPS aber das GSM und LBS besser funktionieren müsste, welches viele zusätzlich einsetzen.
    Mein größtes Problem ist aber die Größe meiner Katze. Diese ist mit 3kg doch sehr klein geblieben.

    Es gibt jetzt eine neue leichtere und kleinere Version bzw. kann diese aktuell vorbestellt werden. Auch sind die monatlichen Kosten gesenkt worden. Finde es schade, dass der Akku nicht gewechselt werden kann, aber das ist bei wasserfesten Geräten meistens.
    https://tractive.com/de/gps-2/

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    1. Hallo Petra, danke für den Hinweis!
      Schön, dass Tractive nun endlich den schon länger angekündigten kleineren Sender entwickelt hat. Da bin ich ja mal gespannt, wie groß und schwer der nun ist.
      Aber bei einer 3kg-Katze dürfte auch der neue wohl schon arg grenzwertig sein…

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