Test TKstar Mini-GPS-Tracker

Auf Anfrage habe ich nun  auch den TKstar Mini-GPS-Tracker getestet. Dieser ist laut Beschreibung für „kleine Hunde und Katzen“.

Es handelt sich um diesen Sender:

https://www.amazon.de/gp/product/B0187O11V2/ref=oh_aui_detailpage_o01_s00?ie=UTF8&psc=1

Dieser kostet aktuell 86 €. Zum Betrieb benötigt man zudem eine eigene SIM-Karte.

Neben dem Sender selbst, ist ein USB-Ladekabel, die Bedienungsanleitung und ein Hunde-Halsband dabei. Des weiteren ist zwar auch ein Steckdosen-Adapter für das Ladekabel dabei, allerdings nur einer für England.

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Das beiliegende Halsband ist wirklich nur für Hunde geeignet (auf dem Verschluss ist extra ein Hund abgebildet). Hier mal ein Vergleich mit einem handelsüblichen Katzen-Halsband:

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An dem Hunde-Halsband lässt sich der Sender gut befestigen. Hierfür muss das eine Ende einmal aus dem Verschluss gelöst, durch den Sender gefädelt und dann wieder am Verschluss befestigt werden. Das Problem ist hier eher, den Sender an einem Katzen-Halsband zu befestigen. Die Schlitze am Sender sind so schmal, dass wirklich nur das Band durchpasst, aber eben kein Verschluss.

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Bei einem normalen Katzen-Halsband müsste man dieses also erst einmal auftrennen, einfädeln und dann wieder zunähen. Und gerade das Nähen ist bei den Halsbändern oft nicht ganz einfach, da die Enden sich schnell auflösen (zumindest bei ungeübten Leuten wie mir 😉 ). Da ich aber eh meist Chromolux-Papier verwende, ging das Befestigen hier auch relativ einfach. Erst Papier durchstecken und danach dann den Druckknopf zum Schließen anbringen.

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Es gibt keine weitere Hülle, der Sender ist bereits wasserdicht.

Trage-Komfort

Der Sender wiegt trotz seiner Größe immerhin „nur“ 44 Gramm. In meinem Fall kam dann noch ca. 2 Gramm Papier-Halsband dazu.

Die Maße betragen: 7,3 * 3,8 * 2,1 Zentimeter, womit der Sender wirklich sehr groß ist. Er ist zwar immerhin auch länglich, aber trotzdem deutlich größer, als viele andere GPS-Sender und insbesondere im Vergleich mit Peilsendern. Hier mal ein Vergleich mit dem weenect-GPS-Sender und dem Girafus-Peilsender:

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Meinen Großen habe ich den Sender auch nur einmal kurz für die Fotos tragen lassen.

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Die Bewegungsfreiheit ist hier schon deutlich eingeschränkt…

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Installation und Bedienung

Zur Inbetriebnahme des Senders benötigt man eine eigene SIM-Karte. Diese steckt man am Besten vorher einmal in das eigene Handy und deaktiviert dort die PIN-Abfrage und die Mailbox. Ansonsten kann es beim Betrieb im Sender Probleme geben. Der Sender verbraucht im Betrieb sowohl SMS, als auch Datenvolumen, daher sollte man bei der Auswahl der SIM-Karte bei einem Vertrag darauf achten, dass beides gratis enthalten oder bei Prepaid zumindest einigermaßen günstig ist.

Die Bedienungsanleitung gibt es nur in Englisch, ist aufs Nötigste beschränkt und dürfte zum Teil gerne etwas ausführlicher sein.

Zum Einschalten des Senders setzt man die SIM-Karte in das Gerät. Dies sollte auch hier nur draußen unter freiem Himmel geschehen. Die SIM-Karte muss richtig einrasten, was etwas friemelig ist. Dann fängt der Sender an zu Blinken, man muss 10 bis 40 Sekunden warten und dann ist der Sender betriebsbereit.

Beim englischen Amazon gibt es den TK-Star 909. Dieser sieht zumindest genauso aus, wie der hier getestete Sender. Dort ist zusätzlich von einem An- und Ausschalter die Rede. Dieser funktionierte bei einer anderen Nutzerin jedoch gar nicht.

Bei mir funktionierte das An- und Ausschalten jedoch problemlos durch Einsetzen und Entfernen der SIM-Karte.

Die Bedienung des Senders funktioniert überwiegend über SMS. Es gibt verschiedene Codes, die man dem Sender schickt. Für eine aktuelle Positionsabfrage kann man entweder eine SMS senden, oder den Sender anrufen. Dann bekommt man per SMS einen Google-Link mit den Koordinaten und dem aktuellen Standpunkt in der Karte:

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Man kann den Sender aber auch so verwenden, dass er, wie bei anderen GPS-Trackern, die Positionen über einen längeren Zeitraum ermittelt und anzeigt. Diese kann man dann sowohl am PC, als auch über eine kostenlose Smartphone-App ansehen. Bei beiden kann man zwischen Karten- und Satelliten-Ansicht wählen. Hierfür muss man zunächst beim Sender GPRS aktivieren und die APN (ist abhängig vom Mobilfunk-Anbieter und findet man online) setzen. Dies geschieht ebenfalls alles über SMS-Kommandos.

Was ich hier sehr praktisch finde, ist, dass man das Ortungsintervall auf die Sekunde genau selber bestimmen kann. Minimum ist 10 Sekunden. Man gibt dem Sender (per SMS) den Befehl, wie viele Sekunden zwischen den Ortungen liegen sollen. Das vorgegebene Intervall wird auch einigermaßen genau eingehalten.

Hier mal ein Bild von der PC-Ansicht. Man muss bereits vorm Einloggen die Sprache auswählen. Ansonsten hat man auch mal alles in japanisch. Bei der Position wird einem zusätzlich der aktuelle Akku-Stand angezeigt und ob es eine GPS- oder LBS-Position war.

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In der App sieht es bei Anzeige der aktuellen Position so aus. Auch hier wird einem im Hauptmenü der Akku-Stand angezeigt.

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Desweiteren kann man sich bei beiden eben den Verlauf anzeigen lassen. Hier war etwas Umdenken gefragt, denn die Uhrzeit stimmte nicht mit unserer überein. Man kann diese eigentlich einstellen (was ich auch dachte, getan zu haben), aber trotzdem war mir der Sender immer einige Stunden voraus.

Der Zoom ist sowohl am PC, als auch in der App soweit ausreichend.

Der TK-Star kann leider nicht Piepsen oder Klingeln.

Er blinkt aber ebenfalls ständig. Bei GPS-Signal blinkt er blau, hat er kein GPS-Signal leuchtet die Lampe durchgehend. Dazu gibt es eine grüne Lampe, die blinkt, wenn GPRS aktiv ist. Die rote Lampe leuchtet nur beim Aufladen.

Das Blinken beim TK-Star finde ich jedoch weitaus weniger „aufdringlich“ als beim Weenect. Auch hier wäre es natürlich schöner, die Lampen nur auf Befehl aktivieren zu können, wenn man einen verlorenen Sender suchen möchte, allerdings ist es hier eben, auch durch die zentrale, von der Katze abgewandten Position, etwas weniger störend.

 

Genauigkeit

Meine Genauigkeits-Test waren beim TK-Star leider etwas erschwert. Wenn sich der Sender bewegt, wird die neue Position auch immer angezeigt. Bewegt sich der Sender aber nicht, werden keine neuen „Mess-Punkte“ angezeigt. Nur ein „P“-Symbol und ein Zeit-Fenster, in dem sich der Sender an dieser Position befunden hat. Das wäre an sich ja kein Problem, nur leider hatte ich es einige Mal, dass diese Position eben auch mal bis zu 35 Meter daneben lag. Dann wird einem eben über Stunden dieselbe falsche Position angezeigt. Macht man dann wieder eine SMS-Positionsabfrage, wurde dort dann aber zumindest dort wieder die „richtige“ Position angezeigt.

Die Genauigkeit im Auto daher nur während der Fahrt. Wenn das Auto stand, hatte man halt nur den einen Punkt und nicht die diversen Ortungen drum herum, die es sonst bei anderen GPS-Sendern gab. Während der Fahrt war die Genauigkeit aber auf jeden Fall in Ordnung, hatte überwiegend nur die obligatorischen 5 bis 10 Meter Abweichung.

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Für die Genauigkeit draußen bin ich wieder meine üblichen Test-Strecken gelaufen. Hier wurde meine Route auch überwiegend ganz gut getroffen (mit den üblichen gelegentlichen GPS-Ungenauigkeiten).

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Beim Test im Haus war die Genauigkeit teilweise deutlich schlechter. Hier waren die Positionen oft zwischen dem „tatsächlichen“ (rotes Kreuz) und anderen Häusern, sodass es hier im Zweifel nicht eindeutig ist, in welchen Haus sich der Sender nun befindet.

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Wenn der Sender kein GPS-Signal empfing und auf LBS gewechselt ist, zeigte er mir nur immer dieselbe Position ungefähr 750 Meter entfernt an. Diese Position zeigte er jede Nacht, die sich der Sender im Haus (eben eigentlich beim grünen Pfeil) befand, mindestens einmal an.

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Den Test mit der alten Keller-Wohnung  habe ich mir hier gespart…

Draußen und im Auto ist die Genauigkeit also ausreichend, in Gebäuden (auch in unserem Leichtbau-Haus) kann man sich eher wenig auf die Positionen verlassen.

Akku-Laufzeit

Die Akku-Laufzeit habe ich mehrmals getestet, da die Ergebnisse teilweise etwas widersprüchlich waren. Bei einem ersten Test mit einem 5-Minuten-Intervall hielt der Akku 1,5 Tage. Beim nächsten Test mit 10 Minuten dann nur noch 24 Stunden. Bei 20 Minuten waren es später dann 22 Stunden. Bei einem späteren Test mit 5 Minuten dann doch wieder nur 15 Stunden. Es scheint also nicht allzu viel Einfluss zu haben, mit welchem Intervall geortet wird. Bei einem brauchbaren Intervall hält der Akku ungefähr einen knappen Tag, liegt also eher im unteren Bereich, was die Akku-Laufzeit angeht. Für Katzen, die nicht tagelang unterwegs sind, reicht das aber gerade noch aus.

Kosten

Mit einem Anschaffungspreis von etwa 86 € ist der TK-Star einer der günstigen GPS-Sender. Ein großer Vorteil ist, dass man hier kein Abo abschließen muss. Man benötigt allerdings eine eigene SIM-Karte. Ich hatte letztens noch eine Zweit-Karte vom meinem Anbieter zugeschickt bekommen, die ich nun verwendet habe. Jeder SMS-Befehl wird immer mit einer SMS bestätigt. Ich habe in meiner Test-Zeit (ca. 2 Wochen)  ungefähr 30 SMS „verbraucht“. Dazu dann noch ein paar wenige MB. Der Betrieb ist somit also wirklich günstig. Hier würde wohl sogar eine Prepaid-Karte Sinn machen. Die laufenden Kosten eines günstigen Vertrages wären wohl teurer als das was man tatsächlich an SMS- und Datenvolumen benötigt. Wenn der Sender erstmal läuft und man ein Ortungs-Intervall eingestellt ist, braucht man zudem auch fast keine SMS mehr. Es gibt aber halt nicht allzu viele Anbieter, bei denen das Internet pro MB abgerechnet wird.

Rücknahme und Service

Da der Sender bei Amazon erhältlich ist, ist eine Rücknahme problemlos möglich.

Beim Service ist es dagegen wieder schwieriger, über Amazon ist kein „Verkäufer kontaktieren“ möglich. Auf der TK-Star-GPS-Seite gibt es aber eine Mail-Adresse und einige Telefon-Nummern. Der Kontakt wird dort aber vermutlich auch nur auf englisch möglich sein.

Fazit

Der TK-Star-Mini-GPS-Tracker ist meiner Meinung nach für Katzen zu groß. Auch wenn das Gewicht durchaus brauchbar ist, ist die Bewegungsfreiheit der Katze mit dem Sender doch recht eingeschränkt. Der Sender würde vielleicht gerade noch gehen, wenn man eine ausreichend große Katze eben mal sporadisch „ausspionieren“ möchte. Für den täglichen Gebrauch bei einer „normal-großen“ Katze würde ich den TK-Star definitiv nicht empfehlen.

Praktisch finde ich hier, dass man sich das Ortungs-Intervall komplett selbst aussuchen kann und dass man kein Abo abschließen muss. So kann man den Sender wirklich nur mal ab und zu verwenden und zahlt auch nur dann dafür.

Mir fehlt auch hier ein akustisches Signal, aber zumindest blinkt der Sender, sodass man auch hier eine Chance hat, einen verlorenen Sender (zumindest im Dunkeln) wieder zu finden.

Hier zeigt sich auf jeden Fall wieder sehr gut, wo die Nachteile bei GPS liegen. Draußen ist der Sender durchaus brauchbar, aber sobald der Sender im Haus liegt, kann man sich auf die angezeigten Positionen nicht mehr verlassen.

Der TK-Star hat sicher einige Vorteile gegenüber anderen GPS-Sendern, ist aber für Katzen nur sehr bedingt geeignet.

4 Kommentare zu „Test TKstar Mini-GPS-Tracker

  1. Mir erscheint die Größe des TK Star nicht für Katzen geeignet , meinem Kater würde ich solch ein
    „Monströses “ Teil nicht zumuten !
    Selbst der Hersteller scheint wohl nicht damit zu rechnen ,daß Katzenhalter den TKStar kaufen ,sonst
    wäre doch zumindest das Problem des Anbringens an einem Katzenhalsband gelöst worden

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  2. Wir haben diesen Tracker für unsere Katze uns sind total zu frieden. Sie trägt ihn allerdings nicht am Hals weil ich ihn dafür zu groß empfand. Wir haben ihn an einem flexiblen Geschirr vor der Brust da stört er auch nicht.

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  3. Hello this is a good test for the TK-Star 909 well done. I agree that it is a bit big for a normal cat, but it’s cheap and works good enough.

    There is recently an other TK-Star 911 on the market, this TK-Star 911 is a litle bit smaller than the TK-Star 909. Can you please test the TK-Star 911 for us?

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