Test Petalways

Nun wird es wieder Zeit für Berichte… 🙂

Heute zunächst einer von einem weiteren GPS-Sender, nämlich dem „Petalways“. Diesen habe ich inzwischen schon vor mehreren Monaten getestet, kam aber nicht dazu, den Bericht zu schreiben. Nun habe ich vor kurzem noch mal in die App geguckt und festgestellt, dass es dort inzwischen ein Update gibt und sich die ganze Optik, sowie diverse Funktionen geändert haben. Daher nicht wundern, wenn die Bilder zwischendurch so aussehen, als würde es sich um zwei verschiedene Systeme handeln. 🙂

Es handelt sich um diesen Sender:

https://www.amazon.de/Petalways-Tracker-Ger%C3%A4t-Echtzeit-Tracking-Activit%C3%A4t-Haustiere/dp/B01MUAEOKH

Aktuell ist er bei Amazon nicht verfügbar, üblicherweise kostet er 129 €. Da man den Sender mit einer eigenen SIM-Karte betreibt, hat man noch die Kosten der SIM-Karte, aber eben keine monatlichen Abo-Kosten.

Enthalten sind neben dem Sender selbst, eine Hülle, ein Ladekabel und ein Tool zum Entfernen der SIM-Karte und zum Reset des Senders, sowie eine Gebrauchsanleitung (englisch).

IMG_6467

Der Sender muss in die Hülle gesteckt werden. Laut Anleitung soll man das als erstes tun und danach den Sender am Halsband befestigen. Das funktionierte bei mir überhaupt nicht. Man muss die komplette Hülle einmal durch eine kleine Schlaufe stopfen und die Schlaufe dann noch mal um die Hülle legen. Das war selbst ohne Sender schon eine ziemliche Pfriemelei. Aber letztlich hat es funktioniert.

IMG_6471

Das Einsetzen des Senders in die Hülle ging dann relativ einfach. Es befindet sich auch ein Schlitz an der Seite, sodass man den Sender zum Aufladen nicht entfernen muss.

 

Trage-Comfort

Der Sender wiegt mit Hülle 31 Gramm, mit Halsband dann 40 Gramm.

Er hat die Maße 4,3 x 3,1 x 2,5 cm. Die Grundfläche ist also relativ klein, dafür ist er sehr hoch. Dadurch ist er für die Katze etwas unpraktischer zu tragen, als flachere Sender.

IMG_6424IMG_6422IMG_6413

 

Installation und Bedienung

Bevor man den Petalways benutzten kann, benötigt man zunächst eine SIM-Karte. Diese sollte Internet-Zugang haben und die PIN-Abfrage muss vorher abgeschaltet werden. Bei Amazon gibt es eine Liste mit kompatiblen SIM-Karten. Ich hatte noch eine Zweit-Karte liegen, die ich verwendet habe, ansonsten empfiehlt sich eine einfache Prepaid-Karte. Die Karte (Micro-SIM) muss eingesetzt werden und dann muss man mit dem „Metall-Tool“ den Sender einmal resetten. Anschließen kann der Sender geladen und verwendet werden. Der Sender hat einen Knopf, mit dem man ihn An- und Ausschalten kann.

Zur Benutzung benötigt man eine kostenlose App. Der Betrieb über einen PC ist nicht möglich! Nachdem man die App herunter geladen hat, muss man zunächst alle Daten seines Tieres angeben (Rasse, Alter, Gewicht, Geschlecht etc.). Erst dann kommt man weiter und kann den Sender registrieren. Hierfür muss der Code auf der Verpackung gescannt werden. Anschließend kann der Sender verwendet werden. Vor dem Update war die App noch auf Deutsch, jetzt nur noch auf Englisch.

Man kann zwischen Karten- und Satelliten-Ansicht wählen. Der Zoom ist ziemlich gut und tatsächlich einigermaßen brauchbar.

Screenshot_2017-07-16-19-00-11

Man kann jederzeit die aktuelle Position des Senders abfragen. Dazu kann man den Tracking-Modus aktivieren, bei dem alle paar Sekunden eine Position angezeigt wird. Vor dem Update gab es noch 3 weitere Modi. Einmal den Tracking-Modus (hieß beides irgendwie gleich, waren aber zwei verschiedene). Hier wurde bei Bewegung etwa alle 5 Minuten eine Position ermittelt, bei Stillstand etwa alle 20 bis 30 Minuten. Laut Hersteller soll der Akku in diesem Modus etwa 8 bis 12 Stunden halten. Im Energie-Spar-Modus wurde etwa jede Stunde ein Signal übertragen. Hier soll der Sender 2 bis 3 Tage halten. Im Sleep-Modus wurden dann keine Positionen aufgezeichnet, man konnte aber jederzeit eine Positions-Anfrage starten. Der 5-Minuten-Tracking-Modus war also durchaus brauchbar, auch weil er bei Nicht-Bewegen eben weniger Positionen übermittelte.

NACH dem Update gibt es diese Modi aber leider nicht mehr. Man kann nach wie vor das Live-Tracking aktivieren, aber das war es dann. Im „Normal-Betrieb“ ermittelt der Sender tagesformabhängig mal einmal die Stunde, mal nur einmal am Tag eine Position. Bisher konnte ich da auch noch kein System feststellen. Auf jeden Fall ist der Sender so halt nicht brauchbar. Ich weiß wirklich nicht, warum die das Update so gestaltet haben und hoffe eigentlich, dass sie das wieder ändern. Vor dem Update hatten meine Kater den Sender auch mal um und so ließ sich wirklich gut das Revier wieder geben.

Nach dem Update gibt es immerhin zwei weitere Funktionen. Zum einmal ein „Power-Saving-Mode“. Wenn der Sender nur noch 30 % Akku hat, werden keine Positionen mehr ermittelt, damit man noch eine Reserve für den Tracking-Modus hat. (Diesen hatte ich die ganze Zeit deaktiviert, daher kann das mit den wenigen Ortungen also nicht kommen). Des weiteren gibt es die Möglichkeit, dass nur die genauen GPS-Signale ermittelt werden und keine eventuell ungenaueren über W-LAN. Wenn dann kein GPS-Empfang da ist, werden auch keine Positionen abgefragt. Auch diesen Modus hatte ich jedoch deaktiviert.

Der Petalways-Sender besitzt eine kleine Lampe, diese blinkt beim Laden blau und leuchtet durchgehend, wenn der Sender voll geladen ist. Ansonsten blinkt sie noch beim Ein- und Ausschalten, ansonsten aber gar nicht.

Der Sender wird über einen Magnet-Anschluss geladen. Dieser löst sich relativ leicht wieder, da muss man beim Aufladen also drauf achten, dass der Sender irgendwo liegt, wo man nicht aus Versehen gegen kommt und der Ladevorgang unterbrochen wird.

20170428_220332

Ein akustisches Signal gibt es ebenfalls nicht.

Es lässt sich auch hier eine Sicherheitszone einrichten.

Bei jedem Ortungspunkt wird einem das Datum, die Uhrzeit und die Art des Signals (GPS, WiFi, LBS) angezeigt.

9

Desweiteren kann man sich die Positionen von beliebig weit zurückliegende Tagen ansehen.

 

Genauigkeit

Die Genauigkeit beim Petalways ist leider wirklich nicht die Beste. Es macht dort auch kaum einen Unterschied, ob der Sender draußen, im Auto oder in unserem „Leichtbau-Haus“ liegt.

Zunächst im Auto:

Die Punkte sind die ermittelten Positionen, das rote Kreuz jeweils die tatsächliche Position. Oben mit der alten App, unten mit der neuen. Die Positionen liegen teilweise bis zu 40 Meter daneben.

106

Wenn der Sender im Gebäude liegt, werden teilweise auch WiFi-Signale genutzt, die dann auch das Haus zeigen, wo der Sender liegt. Überwiegend werden aber trotzdem GPS-Signale ermittelt. Auch hier zeigen wieder blaue bzw. gelbe Punkte ermittelte Positionen, rote Kreuze zeigen die tatsächliche Position. Die Abweichungen betragen teilweise bis zu 70 Metern. Die meisten Ortungen befinden sich jedoch im Umkreis von 30 Metern um das Haus herum.

51213

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Genauigkeit draußen ist nur ein wenig besser. Auch hier zeigen die roten Kreuze die eigentliche Position. Auffällig ist hier, dass die tatsächliche Position nie angezeigt wurde. Die Abweichungen betragen bis zu 30 Metern, die geringsten Abweichungen beginnen bei 5 Metern.

8

2

Benutzt man das Live-Tracking sieht es dagegen etwas besser aus. Hier bei Bewegung betrugen die Abweichungen nur maximal 15 Meter.

4

Ein weiteres Phänomen zeigte sich beim Live-Tracking, wenn der Sender nur lag. Hier wurden zwar diverse Ortungen sehr konzentriert an einem Punkt gemacht. Diese lagen aber immer etwa 15 Meter weiter süd-westlich vom tatsächlichen Standort entfern. Wenn man angesichts der Konzentrierung der Ortungen davon ausgeht, dass sich der Sender dort befindet, sucht man halt komplett daneben. Da dies jedoch systematisch auftrat, wüsste man dann, dass man eben ca. 15 Meter weiter gehen muss… Sinn der Sache ist dies aber natürlich nicht.

311

7

Die Genauigkeit des Petalways lässt insgesamt also schon etwas zu wünschen übrig. Tatsächliche Positionen werden teilweise nicht mal ansatzweise angezeigt, auch wenn sich der Sender draußen befindet.

Akku-Laufzeit

Die Akku-Laufzeit war im Tracking-Modus mit 8-12 Stunden angegeben. Hier kam ich meist auf 12 bis manchmal sogar 24 Stunden. Auf Grund der unterschiedlichen Ortungsfrequenz bei Stillstand und Bewegung ist das aber auch abhängig davon, wieviel sich die Katze in der Zeit bewegt. Bei einer Katze, die viel unterwegs ist, können sicher auch die 8 Stunden realistisch sein. Im Energie-Spar-Modus sind 2 bis 3 Tage angegeben, die ich auch bestätigen kann. Nach dem Update beträgt die Laufzeit in dem normalem Modus ebenfalls etwa 2 bis 3 Tage.

Kosten

Der Sender liegt mit 129 € etwa im oberen Mittelfeld. Ein Vorteil ist hier, dass man keine festen monatlichen Kosten durch den Abschluss eines Abos hat. Bei meinen Tests habe ich etwa 5 MB im Monat verbraucht. Bei Verwendung einer Prepaid-Karte entstehen somit wirklich nur minimale laufende Kosten.

Rücksendung und Service

Da der Sender über Amazon vertrieben wird, ist auch die Rücksendung kein Problem. Als ich den Sender schon verpackt hatte, fiel mir dann aber ein, dass ja meine SIM-Karte noch drin ist. Also Sender wieder ausgepackt und SIM-Karte rausholen. Das war der Plan. Leider hat sich die Karte beim Versuch des Rausholens so verkantet, dass ich diese nicht mehr gelöst bekomme. Ich hatte nun auch so einen Plastik-Adapter für meine Nano-SIM, eventuell lag es daran. Eigentlich muss man nur die SIM-Karte etwas drücken und dann kommt sie raus. Alternativ gibt es noch eine Öffnung, in die man mit dem „Tool“ drücken kann. Aber nichts funktionierte. Habe dann den Verkäufer kontaktiert (geht nur auf englisch) und nach einigen Tipps hieß es dann relativ schnell, dass ich den Sender behalten kann und mir das Geld trotzdem erstattet wird. Es wäre für sie halt ein größerer Aufwand, wenn ich den Sender zurücksende und die mir dann die SIM-Karte raus holen und zurück senden. Somit konnte ich den Sender nun netterweise noch etwas weiter benutzen (der Vertrag der Karte läuft aber eh bald aus).  An dieser Stelle also ein großes Lob an den Service.

Fazit

Der Petalways war vor dem Update ein bedingt brauchbarer GPS-Sender. Ein großer Vorteil ist der Betrieb mit eigener SIM-Karte. Die Genauigkeit ist jedoch nicht die Beste und auf Grund fehlender akustischer oder optischer Signale ist ein verlorener Sender auch wirklich weg. Und dafür sind 129 € dann doch etwas viel. Um mal zu gucken, wie das Revier aussieht, war er für mich dann zumindest ganz nützlich. Hätte ich den Sender am Ende bezahlen müssen, hätte ich den meinen Katern aber auch gar nicht umgemacht. Höchstens noch in Kombination mit einem Peilsender.

Nach dem Update ist der Petalways aber nun leider komplett unbrauchbar. Es erfolgt gar keine wirkliche Aufzeichnung mehr und im Live-Tracking hält der Akku nur ganz kurz, sodass er einem dort auch nichts bringt.

Es bleibt abzuwarten, ob die die Auswahl der Modi noch mal wiederherstellen, ansonsten kann man den Petalways als Katzen-Halter leider gar nicht gebrauchen.

 

P.S.: Als nächstes folgen noch Berichte vom Wichman-Peilsender (Test ist bereits durch) und dem GPS-Logger G-Paws (Test läuft gerade) 🙂

 

 

 

 

 

 

Werbeanzeigen

2 Kommentare zu „Test Petalways

  1. Liebe Joisy, toll geschrieben und genau ausgetestet. Leider ist der Sender immer noch nicht das Gelbe vom Ei. Ich hoffe, irgendwann gibt es einen GPS-Sender, der genauso gut ist wie Deine Tests. Vielen Dank für Deine großartige Arbeit! Stephanie

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s