Test Kippy

Nachdem ich bei einem anderen Beitrag auf den Kippy aufmerksam gemacht wurde, wollte ich diesen auch testen. Auf Grund der Beschreibung war mir eigentlich schon klar, dass dieser nicht für Katzen geeignet ist, aber ich wollte zumindest rausfinden, wie er „sonst“ so ist.

Es handelt sich um diesen Sender:

https://www.kippy.eu/gps-gerat-fur-hunde-katzen-lokalisator-haustier

Er ist auch bei Amazon für 169,90 € erhältlich, inklusive der Kosten für 1 Jahr Betrieb.

http://www.amazon.de/gp/product/B00OJD4046?psc=1&redirect=true&ref_=oh_aui_detailpage_o01_s00

Nach diesem einen Jahr betragen die Kosten je nach Laufzeit gut 2 € bis 3,30 € im Monat, was also verhältnismäßig wenig ist.

Den Sender gibt es in 3 verschiedenen Farben: schwarz mit gold, blau mit weiß oder weiß mit rosa. Ich habe mich „böserweise“ für letztere Variante entschieden, damit man den Sender auf schwarzem Kater-Hintergrund besser sieht.

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Im Lieferumfang enthalten ist neben dem Sender selbst, ein USB-Ladekabel, eine Halterung zur Befestigung des Senders quer am Halsband, Ersatz-Abdeckungen für den USB-Anschluss und je zwei Befestigungs-Ringe für die unterschiedlichen Befestigungen. Man kann den Sender einmal direkt hochkant am Halsband befestigen. Um den Sender längs zu befestigen, ist die zusätzliche Halterung nötig. IMG_4049.JPG

Trage-Komfort

Der Sender wiegt mit Halterung und Halsband 58 Gramm. Ohne Halsband kommt man dann auf ca. 49 Gramm. Somit ist er meiner Meinung nach eindeutig zu schwer, um von einer Katze getragen zu werden.

Die Maße betragen (mit Halterung) 6,0 * 4,5 * 3,0 cm, womit er wirklich sehr groß ist.

An meinem 6-kg-Kater wirkt der Sender wirklich sehr überdimensioniert und er war auch nicht wirklich begeistert von dem großen Gebaumsel.

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Wenn der Sender unter dem Hals hängt, ist es kaum möglich, den Kopf einigermaßen abzusenken. Wenn man den Sender dann noch ohne Halterung und somit hochkant befestigen würde, wäre die Bewegungsfreiheit noch weiter eingeschränkt. Mein Großer hat auch ganz schnell versucht, den Sender loszuwerden, obwohl ich den wirklich nur wenige Minuten für die Bilder dran hatte. Kippy ist also definitiv eher für große Hunde geeignet und nicht für Katzen.

Installation

Die Installation ist auch beim Kippy sehr einfach. Man lädt sich die zugehörige App herunter, gibt den Code von dem Sender ein und dann kann es auch hier bereits losgehen.

Die App ist ebenfalls sehr einfach zu bedienen. Man kann das Ortungsintervall einstellen (Intervalle zwischen 1 Stunde und 24 Stunden sind möglich), zwischen Karten- und Satelliten-Ansicht wählen, entweder die aktuelle Position oder den Verlauf von beliebigen Tagen anzeigen lassen. Desweiten kann man jederzeit den „Fast Tracking GPS“-Modus einschalten. Sobald dieser aktiviert wurde (dies dauert manchmal ein wenig), wird alle paar Sekunden die Position ermitteln. Bewegt sich der Sender längere Zeit nicht oder man benutzt die App über mehrere Minuten nicht, wird dieser Modus automatisch wieder deaktiviert. Zumindest konnte ich dies so bei mir beobachten. Während des Life Trackings blinkt der Sender, was ein großer Vorteil ist. Allerdings ist das Licht bei der Benutzung der Halterung sehr abgeschwächt, dazu liegt da dann überwiegend das Halsband drüber, sodass das Blinken wenn überhaupt nur aus der Nähe gut zu sehen ist.

Ein Minus-Punkt bei der App ist definitiv, dass diese sehr viel vom Smartphone-Akku verbraucht. Normalerweise habe ich nach einem Tag „normaler“ Benutzung noch etwa 50 % Akku. Seit Benutzung der App musste ich mein Handy teilweise mittags schon laden, weil der Akku komplett leer war. Der Verbrauch steigt beim Life-Tracking noch an, hier wurden innerhalb von 5 Minuten etwa 10 % vom Handy-Akku verbraucht.

Genauigkeit

Auch den Kippy habe ich zunächst einige Zeit im Auto mit mir herum gefahren und stehen lassen.

Die meisten Messpunkte befanden sich im Umkreis von bis zu 50 Metern. Es gab aber auch Ortungen, die sogar 150 Meter daneben lagen. Das rote Kreuz markiert den Standpunkt des Autos.

Screenshot_2016-01-05-17-37-57.png

Abgesehen von den größeren Ausreißern lag an einem anderen Tag die „dichteste“ Ortung immer noch 5 Meter daneben. Alle weiteren genaueren Ortungen lagen bis zu 25 Metern daneben:

Screenshot_2016-01-08-16-57-00.png

Die Genauigkeit draußen war dann aber größtenteils besser:

Hier habe ich jeweils das Life-Tracking aktiviert. Die dunklen Linien zeigen die vom Kippy ermittelte Strecke, die roten Linien meine tatsächlich gelaufene Strecke:

Hier stimmen die beiden Linien teilweise sehr gut überein, es gibt aber teilweise Abweichungen von bis zu 25 Metern:

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Bei einem weiteren Test-Lauf lag der Kippy fast durchgängig 15 bis 25 Meter daneben:

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Hier habe ich den Sender draußen liegen lassen und das Life-Tracking laufen lassen. Die ermittelten Positionen liegen zwar fast alle im Umkreis von 10 Metern um den Sender herum,  die tatsächliche Position wurde jedoch nicht getroffen:

Screenshot_2016-01-10-17-28-45.png

Bei einem weiteren Test habe ich den Sender ebenfalls einfach draußen liegen lassen, aber hier ohne Life-Tracking, sondern nur mit der normalen stündlichen Ortung:

Hier wurde die Position zwar ein paar Mal sehr gut getroffen, es gibt aber erneut viele bis zu 30 Meter entfernte Ortungen:

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Als letztes bleibt die Genauigkeit im Gebäude. Hier darf man natürlich von GPS-Sendern eigentlich nichts erwarten, nachdem aber zumindest Tractive und Petpointer den Sender auch grob in unserem unserem „Leicht-Bau-Haus“ ermitteln konnten, habe ich dies bei Kippy natürlich ebenfalls probiert.

Beim Life-Tracking erfolgten Ortungen, die teilweise nur 5 bis 50 Meter neben dem Haus lagen:

Screenshot_2015-12-31-17-39-19.png

Im normalen Betrieb sieht das aber wieder anders aus. Wenn der Sender kein GPS-Signal empfängt, versucht er es wie viele andere Sender mit LBS. Hier gibt der Sender auch nur einen ungefähren Bereich an. Dies funktioniert bei Kippy jedoch genauso wenig wie bei den anderen Sendern. Dort kommen dann solche Positionen zustande: (Der Sender befand sich genauso wie mein Handy – blauer Punkt – im Haus)

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Die Genauigkeit der Ortungen bei Kippy ist teilweise also schon ganz gut, es gibt aber immer wieder diverse Messungen, die wirklich sehr weit von der eigentlichen Position entfernt sind. Und dies nicht nur im Gebäude oder im Auto, sondern eben auch unter freiem Himmel.

Akku-Laufzeit

Die Akku-Laufzeit im Geofence-Betrieb (der Sender sendet keine Positionen, man wird lediglich benachrichtigt, wenn ein bestimmter Bereich verlassen wird) soll 20 Tage betragen. Bei reiner stündlicher Ortungen kam ich tatsächlich auf fast 5 Tage. Bei stündlicher Ortung mit diversen Life-Tracking-Aktivierungen (insgesamt etwa 3 Stunden) reichte der Akku dann immerhin noch 3 Tage. Mir wurde jedoch teilweise bis zum Schluss ein „gelbes“ Symbol mit noch zwei Akku-Streichen angezeigt. Somit traf einen das Ende des Akkus dann auch mal relativ unvorbereitet.

Die Akkulaufzeit des Senders ist somit theoretisch wirklich super. Allerdings wäre eine höhere Ortungsfrequenz natürlich wünschenswert. Und auch der hohe Akku-Verbrauch des Smartphones ist natürlich nicht sehr vorteilhaft.

Kosten

Der reine Anschaffungspreis vom Kippy ist mit 170 € verhältnismäßig hoch, dafür sind die laufenden Kosten mit im Schnitt 2,50 € für einen GPS-Sender sehr gering. Dazu ist das erste Jahr im Kaufpreis inklusive.

Rücknahme

Da der Sender über Amazon erhältlich ist, ist ein Umtausch problemlos möglich.

Fazit

Für einen GPS-Sender sind die laufenden Kosten beim Kippy vergleichsweise gering und auch die Akku-Laufzeit ist sehr gut. Praktisch ist zudem das Blinken und die Möglichkeit, jederzeit des Life-Tracking aktivieren zu können. Die Genauigkeit lässt teilweise aber sehr zu wünschen übrig, was insbesondere bei einem verlorenen Halsband ein großes Problem darstellt. Der Kippy ist jedoch sowieso auf Grund seiner Größe und dem Gewicht meiner Meinung nach für Katzen überhaupt nicht geeignet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Kommentar zu „Test Kippy

  1. Danke für Deinen super ausführlichen Test! Die Gesichtsausdruck Deiner 6-Kilo-Katze sagt allerdings alles: Zu gross und zu schwer für eine Katze! Das ist wohl eher etwas für Hunde. Hoffe sehr, dass die Entwickler weiter an der Größe und dem Gewicht arbeiten und auch – wie Du ja anschaulich demonstrierst – an der Genauigkeit der Ortung… vielleicht ist es dann später auch mal für Katzen geeignet.

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