Test PAJ MINI Finder

Ein weiterer GPS-Sender, den ich zufällig bei Amazon entdeckt habe, ist der MINI Finder von PAJ.

https://www.amazon.de/gp/product/B07C51VW7Y/ref=oh_aui_detailpage_o04_s00?ie=UTF8&psc=1

Dieser kostet 99,99 € und ist in zwei verschiedenen Varianten erhältlich. Entweder mit SMS-Ortung oder Online-Ortung. Bei der SMS-Ortung muss man sich eine eigene SIM-Karte kaufen und diese einsetzen. Man kann den Sender dann anrufen und bekommt dann die Position als Google Maps-Link zugesendet. Man hat somit nur Kosten, wenn man auch Positionen abfragt oder Einstellungen vornimmt. Allerdings hat man hier eben keine Dauerhafte Ortung, sondern kann immer nur die aktuelle Position abfragen. Daher habe ich mich für die Variante mit der Online-Ortung entschieden, bei der man dann ein Abo abschließen muss (4,99 € für einen Monat oder 49,99 € für ein Jahr).

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Im Lieferumfang enthalten ist neben dem Sender ein Schutzhülle, das Ladeadapter inklusive Schutzkappe, ein Stecker für die Steckdose und eine kurze Bedienungsanleitung.

 

Trage-Komfort

Der Sender wiegt laut Hersteller 28 Gramm, auf meiner Waage waren es nun 29 Gramm. Mit Hülle sind es dann 35 Gramm, plus Halsband liegt man dann bei 45 Gramm.

Die Maße betragen 5,7 x 3,2 x 1,6 cm, mit Hülle dann 5,9 x 3,4 x 1,8 cm.

Damit ist er ungefähr gleich lang wie z.B. der Petpointer, aber etwas breiter und höher.

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Hinten an der Hülle ist eine Lasche, durch die man ein beliebiges Halsband fädeln kann.

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Da der PAJ etwas schmaler ist, erscheint der Sender auch nicht ganz so dominant am Kater

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Installation und Bedienung

Die Bedienungsanleitung ist sehr knapp gehalten, es ist aber ein Link angegeben, bei der man zu einer etwas ausführlicheren kommt. Über die Webseite muss man den Sender zunächst aktivieren. Ich hatte dort dann auch ein Benutzerkonto angelegt, mit dem man sich dann auch bei der „App“ einloggen können sollte. Die App war an dem Tag aber nicht erreichbar und auch die Webseite nicht, mit dem der Mini Finder betrieben werden kann. Über die Aktivierungs-Seite konnte ich aber zumindest gleich auch schon das Abo für den Betrieb kaufen.

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Am nächsten Tag ging dann zwar beides wieder, es kam dann aber immer die Meldung, mein Login wäre nicht gültig. Ich hatte dann eine Mail an den Support geschrieben und bekam auch schnell eine Antwort. Durch die Störung der Seite am Vortag war mein Account nicht richtig eingerichtet worden. Dies hatten die dann aber schnell behoben und danach konnte ich mich normal einloggen. Die App ist ebenfalls sehr übersichtlich gestaltet, man kann außer der Farbe und Symbole der Punkte kaum etwas einstellen.

Das Online-Portal für den PC ist exakt so aufgebaut wie die App.

Es gibt nur die Kartenansicht und kein Satellitenbild. Der Zoom ist eher schlecht, man kommt zwar etwas dichter dran (links), die Ansicht springt dann aber wieder zurück (rechts), wenn man die Finger vom Bildschirm nimmt.

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Wenn man auf die einzelnen Punkte klickt, werden einem die Zeit, der Akkustand und die Geschwindigkeit angezeigt. Bei den „Pausen-Symbolen“ zusätzlich die Dauer, an dem sich der Sender an diesem Ort befunden hat.

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Beim PAJ funktionieren die Ortungen auch, wenn sich der Sender in einem Gebäude befindet. Hier legt er ebenfalls öfters „Pausen“ ein, es werden dennoch auch immer wieder weitere Ortungen durchgeführt, die dann wieder eine etwas andere, möglicherweise bessere, Position anzeigen, obwohl sich der Sender weiterhin nicht bewegt hat.

Das Ortungsintervall ist fest eingestellt und beträgt dauerhaft 30 Sekunden.

Die Positionen werden 100 Tage lang gespeichert und man kann sich von einen beliebigen Zeitraum die Positionen anzeigen lassen.

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Es lässt sich noch einstellen, ob man bei verschiedenen Ereignissen informiert werden möchte, wie beispielsweise bei niedrigem Akku, aber auch z.B. bei Bewegung, Erschütterung oder dem Verlassen eines bestimmten Radius.

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Die Meldungen erhält man allerdings nur per Mail. Hier sollte man also drauf achten, dass man auch eine entsprechende Benachrichtigung auf dem Smartphone bekommt, wenn man eine neue Mail erhält. Der Zeitraum zwischen Mail-Benachrichtigung und Ausgehen des Senders betrug teilweise nur 3 Stunden. Da man das Intervall hier nicht ändern kann und dann z.B. gerade auf der Arbeit ist, kann es schon knapp werden, um eventuell einen in dem Moment verlorenen Sender wieder zu finden. Man bekommt in der Mail noch einen Link zum aktuellen Standort.

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Auf Grund des fehlenden Satelliten-Bildes kann es aber gerade auf Feldern oder Wiesen ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen werden, einen verlorenen Sender wieder zu finden. Auch mit noch ausreichend Akku. Dazu kommt noch, dass einem (anders als bei vielen anderen Sendern) nicht die eigene Position / die des Smartphones angezeigt wird. Selbst bei kleineren Flächen ohne Bebauung hat man, außer vielleicht mal einem Wassergraben, keinerlei Anhaltspunkte, wo sich ein verlorener Sender oder auch eine verschwundene Katze genau befindet.

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Der Sender kann zwar nicht piepsen, er leuchtet aber in regelmäßigen Abständen grün oder blau. Das Leuchten ist nicht allzu stark und bringt einem nichts, wenn der Sender genau auf dieser Seite landet, aber wenn er richtig liegt, könnte einem das schon auf die letzten Meter zum Sender führen.

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Zum Aufladen des Senders steckt man diesen in den mitgelieferten USB-Adapter.

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Genauigkeit

Die Genauigkeit ist beim PAJ soweit ganz gut. Auch wenn sich der Sender im Haus befindet, ermittelt er die ganze Zeit Positionen, die sich überwiegend im Umkreis des tatsächlichen Gebäudes befinden. Das grüne Kreuz kennzeichnet jeweils das Haus, in dem der Sender lag. Teilweise sind die umliegenden Positionen realistisch, weil ich da dann auch draußen unterwegs war, aber die meisten Ortungen befinden sich schon im ungefähren Umkreis. Er zeigt aber jeweils ungefähr gleich viele Positionen beim Nachbarhaus an, wie bei unserem Haus. Für einen groben Anhaltspunkt reicht dies aber auf jeden Fall.

Screenshot_20180713-221110_PAJPortal  Screenshot_20180707-192132_PAJPortalScreenshot_20180704-171418_PAJPortal

Bei der Genauigkeit im Auto befinden sich die meisten Positionen im Umkreis von 10 Metern, es gibt aber auch Ausreißer bis zu 40 Metern. Der Ausreißer im rechten Bild von 500 Metern entstand, als der Sender im Haus lag. So große Abweichungen waren aber wirklich selten.

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Die Genauigkeit draußen ist ebenfalls recht gut. Lediglich die Richtungspfeile stimmten teilweise mal nicht so ganz. Ein genaues Schätzen der Abweichungen ist auch hier durch die fehlende Satelliten-Ansicht etwas schwierig, es dürften aber meist nicht mehr als 5 bis 10 Meter gewesen sein.

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Akku-Laufzeit

Die Akku-Laufzeit ist mit 1 bis 3 Tagen angegeben. Bei meinem ersten Durchlauf betrug diese bei mir sogar gut 4 Tage, bei dem zweiten Durchgang waren es dann nur noch etwas über 2 Tage. Auch hier variiert die Laufzeit von der Häufigkeit der Bewegung, bei Stillstand werden entsprechend weniger Positionen übermittelt.

Der Akku-Verbrauch von meinem Smartphone war durch die zeitgleiche Nutzung der PetTec-App eh schon deutlich schlechter, insofern weiß ich nicht, inwieweit die PAJ-App dort ebenfalls Einfluss hatte. Mein Handy hat sich bei der PAJ-App allerdings beschwert, dass die App ständig abstürzt. Bei fast jedem Öffnen kam tatsächlich die Meldung, dass die App unerwartet geschlossen wurde. Dies war für mich jetzt aber nicht weiter schlimm, da man sie danach gleich wieder normal öffnen konnte.

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Kosten

Der Preis für den PAJ Mini Finder ist mit 99,99 € durchaus okay, der Preis für das Abo mit umgerechnet 4,17 € bei jährlicher Zahlweise ist dagegen eher im mittleren bis teureren Bereich.

 

Rücknahme und Service

Da ich den Sender über Amazon bestellt habe, ist die Rücknahme problemlos möglich. Man muss nur daran denken, sein Abo dann auch zu kündigen. Ich hatte nur einen Monat bezahlt, aber das Abo verlängert sich automatisch, wenn man dies nicht rechtzeitig beendet.

Der Kundenservice war wirklich gut, auf meine Mail kam unmittelbar am nächsten Morgen eine Antwort und man konnte mein Problem schnell lösen.

 

Fazit

Der PAJ Mini Finder ist von den Maßen für eine Katze gerade noch so vertretbar. Die Genauigkeit, insbesondere in Gebäuden, ist durchaus brauchbar. Das feste Ortungsintervall mit 30 Sekunden ist schon arg häufig und etwas zu viel des Guten. Hier wäre es schon, wenn man noch Auswahlmöglichkeiten hätte. Insbesondere auch, wenn der Akku leer wird und man nicht sofort Zeit zum Suchen hat, damit man dann kurzfristig ein längeres Zeit-Fenster zum Überbrücken hat. Die Akku-Laufzeit von 2 Tagen ist gerade noch okay, diese ließe sich mit einem änderbaren Intervall aber eben auch durchaus verbessern. Der Sender blinkt zwar immerhin regelmäßig, je nachdem wie der Sender landet, bringt einem dies aber auch nicht viel, wenn der Sender verloren geht. Auf Grund der fehlenden Satelliten-Ansicht ist es eh schon deutlich schwieriger, einen verlorenen Sender auf einem Feld, Wiese oder Wald wieder zu finden, da man kaum Anhaltspunkte zum Suchen hat. Das Abo gehört nicht zu den günstigsten. Für mal das Revier seiner Katze ausspähen kann man den PAJ Mini Finder sicher benutzen, mir wäre das Risiko, dass der Sender irgendwo auf einem Feld verloren geht, persönlich aber zu groß und würde stattdessen eher zu einem Sender tendieren, wo man auch eine Satelliten-Ansicht hat.

 

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4 Kommentare zu „Test PAJ MINI Finder

  1. Ich möchte mich wieder mal bedanken bei Ihnen für die tollen ausführlichen Berichte, die ich immer mit grossem Interesse lese. So wie ich es verstanden habe, gibt es ‚den‘ idealen GPS-Sender für Katzen allerdings immer noch nicht… (klein, leicht, genaue Position innen und aussen, langer Akku, bei Verlust Rundum-Licht od. Piepser, etc.). Bin gespannt auf weitere Produkte. 🙂 LG

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    1. Gerne doch 🙂
      Ich fürchte, bis es wirklich mal einen alltagstauglichen GPS-Sender für Katzen gibt, wird es noch sehr lange dauern. Vernünftige Akkulaufzeit, Zusatzfunktionen etc. lassen sich bisher wohl einfach noch nicht in eine vernünftige Größe bringen…

      Liken

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